Turboboost fürs digitale Business: Standardisierte Programmierschnittstellen, kurz API (für „Application Programming Interface“) helfen immer mehr Unternehmen dabei, ihr Geschäft effizienter und schneller voranzutreiben und im besten Falle ganz neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das sieht man z.B. an Mobilitäts- und Lieferdiensten wie MyTaxi oder Foodora, die auf APIs von Kartendiensten wie Google Maps zugreifen. Müssten solche Unternehmen selbst das ganze Land oder gar die ganze Welt kartographieren, wären sie aufgeschmissen. Wir von Appmatics zeigen, wie APIs auch Ihr Unternehmen voranbringen können.

 

API-Ökonomie wird von Google, Apple & Co vorangetrieben

„Eine API ist zunächst eine Softwareschnittstelle, welche einer anderen Software die Nutzung einer bestimmten Funktionalität ermöglicht. Beispielsweise können Flugbuchungen durch einen menschlichen Benutzer über eine Benutzerschnittstelle (User Interface) oder durch eine andere Software mithilfe einer API in die Flugbuchungssoftware eingegeben werden. Werden mehrere Softwaresysteme mithilfe von APIs zu einem Gesamtsystem kombiniert, resultiert daraus ein API-Ökosystem“, so Prof. Dr. Olaf Resch in einem Fachbeitrag für das Gabler Wirtschaftslexikon.

Da immer mehr Unternehmen die Vorteile von APIs für sich nutzen und geschickt verschiedene APIs zu eigenen Services kombinieren, befindet sich das digitale Business heute auf dem besten Weg in eine Art „API-Ökonomie“. Dass APIs sowohl helfen können, ganz neue Geschäftsmodelle zu erschaffen, als auch ein starker Innovationstreiber sein können, zeigt die GAFA-Welt, also die Welt von Google, Amazon, Facebook und Apple. Alle vier großen Player bieten anderen Unternehmen öffentliche APIs an. Und das sicher nicht nur aus Uneigennützigkeit, sondern vielmehr um auch ihr eigenes Geschäft voranzutreiben, wie Marketing-Professor Scott Galloway in seinem Buch „The Four: Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google“ zeigt.

 

Win-Win-Situation für API-Herausgeber und API-Nutzer

Im besten Fall sorgen APIs dabei für eine Win-Win-Situation zwischen dem Unternehmen, das eine API veröffentlicht, und anderen Unternehmen, die diese API verwenden. Beispiel App Store bzw. Play Store: Wenn sich Apple und Google nicht entschlossen hätten, ihre mobilen Betriebssysteme iOS bzw. Android für externe Entwickler zu öffnen und passende APIs bereitzustellen, wären keine milliardenschweren Ökosysteme entstanden. Allein Apple hat mittlerweile über 2 Milliarden Geräte mit iOS verkauft, also iPhones und iPads. Ein solcher Erfolg wäre aber ohne spannende Inhalte auf den Geräten, sprich den Apps von externen Entwicklern, kaum denkbar gewesen. Umgekehrt sind iOS und Android auch für hunderttausende von Unternehmen und Entwicklern ein Segen: So gibt etwa der Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner in seinem Buch „So läuft Start-up“ unumwunden zu, dass seine Fitness-App, die er und seine Partner 2015 für 220 Millionen Euro an Adidas verkaufen konnten, ohne iPhone & Co schlicht nicht denkbar gewesen wären.

 

Über 20.000 bekannte APIs weltweit

Mittlerweile gibt es weltweit über 20.000 APIs, die in der Datenbank von Programmable Web gelistet sind. Die Macher des Portals schreiben dazu: „Die Frage ‚Was ist eine API‘ ist eine Millionen-Dollar-Frage. Denn Unternehmen, die das Potenzial von APIs verstehen, können damit Millionen von Dollar verdienen oder auch einsparen.“ Im Onlinekurs APIs 101 gibt Programmable Web einen lesenswerten Deep Dive ins Thema und schließt mit dem Fazit, dass jede Firma, die APIs geschickt nutzt, das nächste Instagram oder Uber sein könnte.

APIs sind „die zugrundeliegende Technologie, um in neuen Kanälen neue digitale Handelsmodelle zu ermöglichen, und das mit hoher Geschwindigkeit und Skalierbarkeit“, sagt commercetools-CEO Dirk Hörig in einem Interview. Experten gehen davon aus, dass APIs bei immer mehr Unternehmen monolithische Softwaresysteme ablösen werden, die vor Ort „on premise“ installiert sind. Solche Monolithen dürften durch API-basierte Sets von Microservices ersetzt werden, die in der Cloud verfügbar sind.

 

Drei Beispiele für APIs aus Unternehmen

Mittlerweile erkennen immer mehr Unternehmen aus den verschiedensten Branchen die Vorteile von APIs – einerseits, um externe APIs für eigene Services zu nutzen, andererseits aber eben auch die Bereitstellung eigener APIs, um Innovationen von außen ins Unternehmen zu holen. Einige Beispiele von renommierten Unternehmen, die jenseits der schon genannten GAFAs eigene APIs bereitstellen:

Mercedes-Benz

Der Autohersteller Mercedes-Benz bietet eine Connected-Vehicle-API an. Sie bietet Zugang zu Telematik-Daten und Funktionen der Fahrzeuge. Auf der Datenseite können Entwickler beispielsweise Zugriff auf den Fahrzeugstandort, Kraftstoffstand und Reifendruck anfordern. Sicherheitsrelevante Funktionen wie die Lenkungssteuerung oder das Verriegeln und Entriegeln von Türschlössern sind über die API jedoch bewusst nicht kontrollierbar. Die Connected-Vehicle-Schnittstelle soll Entwickler in die Lage versetzen, frühzeitig in die Entwicklung von Apps und Dienstleitungen für Mercedes-Benz-Fahrzeuge einzusteigen, berichtet t3n.

Deutsche Bank

„Die Deutsche Bank API (dbAPI) ist wie eine digitale Mehrfachsteckdose, über die sich externe Partner mit den Kunden der Bank verbinden können – nur fließen hier Daten statt Strom. Über die dbAPI erhalten Drittanbieter von digitalen Anwendungen Zugang zu individuellen Kundendaten, die ein enormes Innovations- und Wachstumspotenzial bieten. Beispielsweise können sie über die dbAPI personalisierte Apps und Services entwickeln und diese den Kunden der Bank anbieten. Sie erhalten damit Zugang zur hohen Kundenreichweite der Deutschen Bank und können so ihr eigenes Wachstum beschleunigen. Vielfach sind Bankdaten aber auch ein Baustein, der bei bestehenden Anwendungen das Kundenerlebnis verbessert, die Kosten senkt oder Risiken eliminiert. „Wir wenden uns damit sowohl an FinTechs, Startups als auch etablierte Unternehmen“, so Joris Hensen, Leiter des API-Programmes der Deutschen Bank, in einem Interview mit Gründerszene.

MyTaxi

Die Taxi-App ist eines der bekanntesten Beispiele für ein Unternehmen, das sein Angebot dank einer API von Google Maps schnell aufbauen konnte. „Der Zeitaufwand für die Implementierung war minimal und überdies benötigte keiner unserer Mitarbeiter eine besondere Schulung. Alle kannten Google Maps bereits vom privaten Gebrauch her“, sagt MyTaxi-Gründer Jan-Niclaus Mewes in einem Partnerporträt von Google. Auch ansonsten beruht das Geschäftsmodell von MyTaxi auf einigen APIs: Die schlichte Existenz der Taxi-App ist nur durch die APIs von Android und iOS möglich. Dank APIs von Amazon kann MyTaxi beispielsweise auch einen Alexa-Skill anbieten und nutzt zudem eine Microservices-Architektur auf Amazon Web Services. Und zudem bietet MyTaxi auch selbst eine API an, die es wiederum anderen Services wie Google Maps oder Moovel ermöglicht, eine Taxibestellung via MyTaxi in der eigenen App anzubieten.

Sprechen Sie uns an

Wir von Appmatics helfen Ihnen und Ihrem Unternehmen gern, die Integration von APIs in ihren Apps zu testen. Mit unserem User Experience Testing können wir Ihnen einen wertvollen Blick von außen liefern, wie das Nutzungserlebnis Ihrer digitalen Services wirklich ist. Sprechen Sie uns einfach an!