Wenn die eigene entwickelte App nicht nur in einer bestimmten Sprache, sondern in mehreren oder gar allen gängigen Sprachen vertrieben werden soll, muss das Testen auch die Anpassung der Sprache beinhalten. Und nicht nur das. Umfangreichere Anwendungen werden häufig auch an die Kultur der verschiedenen Länder angepasst. Das liegt daran, dass zum Beispiel bestimmte Anspielungen oder Witze nur mit einem bestimmten Hintergrundwissen verstanden werden können. Im äußersten Fall kann ein Programminhalt in einzelnen Ländern sogar verboten sein, so dass es es besonders wichtig ist, auf eine gelungene App-Lokalisation zu achten. Soweit muss es nicht unbedingt gehen. Aber gerade bei Spielen, in denen eine virtuelle Welt aufgebaut wird, kann die Lokalisation zum Erfolg der App beitragen. Der Spieler einer Wirtschaftssimulation wird sich besonders wohlfühlen, wenn er in den virtuellen Läden nur Dinge vorfindet, die ihm vertraut vorkommen. Auch Gerichte auf virtuellen Speisekarten zum Beispiel sollten dem Heimatland des Users entstammen, solange sich die App nicht erkennbar in einem bestimmten anderen Land abspielt. Hier kann umfangreichere Recherche notwendig sein, um die App anzupassen. Ob sich die Arbeit gelohnt hat, stellt sich dann während des Testens heraus.

Dinge, die beim Testen der Lokalisation eine Rolle spielen

1. Die richtige Übersetzung

Natürlich ist die Korrektheit der Übersetzungen wichtig. Hier ist es aber fast immer nötig, sich auf das Fachwissen des Übersetzers zu verlassen. Der Tester muss sich häufig darauf beschränken, festzustellen, ob die Übersetzung stattgefunden hat. Auch muss in die richtige Sprache übersetzt worden sein. Das lässt sich auch ohne ein tieferes Verständnis der Sprache feststellen – anhand typischer Wörter und gegebenenfalls auch anhand der verwendeten Schriftzeichen.

2. Änderungen im Design

Es kann sein, dass es bei der Übersetzung Verschiebungen im Design gibt. Dadurch kann es dazu kommen, dass das Design nicht mehr gut aussieht oder sogar ganze Elemente verschwinden. Im schlimmsten Fall führt das dazu, dass die App nicht mehr richtig bedient werden kann.

3. Umrechnung von Währungen

Währungen sollten nicht von 1-zu-1 umgerechnet werden. Die Umrechnung sollte sich am aktuellen Wechselkurs ausrichten. Selbst dann, wenn es nur das interne Spiel und nicht tatsächliche Zahlungen des Users betrifft, kann eine falsche Umrechnung den logischen Gehalt eines Spiels beeinträchtigen und damit den Spielspaß verringern. Für solche Fälle gibt es allerdings auch die Möglichkeit, eine rein virtuelle Währung einzuführen, die dann unabhängig von der Lokalisation ist.

4. Darstellung von Buchstaben

Wenn die neue Sprache neue Symbole oder Buchstaben bietet, sollten alle richtig dargestellt werden. Falls der User die Möglichkeit hat, sich mit einem Nutzernamen und einem Passwort zu registrieren, spielen auch solche Symbole eine Rolle, die nicht im Spiel / in der Anwendung selbst vorkommen. Dabei geht es auch um Aspekte der Sicherheit. Die App sollte bei jeder Eingabe sicher laufen. Es ist möglich, bestimmte Eingaben durch die App abzulehnen. In diesem Fall (etwa bei der Ablehnung eines eingegebenen Usernamens) sollte eine gut erkennbare Fehlermeldung in der richtigen Sprache angezeigt werden.

5. Jugendschutz

Unterschiedliche Länder haben unterschiedliche Bestimmungen zum Jugendschutz. Bei Apps, die sich in Randbereichen bewegen, sollten alle Bestimmungen eingehalten werden. Ansonsten kann es schnell zu größeren Problemen kommen. Das gilt auch für rechtliche Regelungen, die mit dem Jugendschutz verwandt sind – Bestimmungen zu Darstellungen von Sexualität, politischen Themen und Drogen zum Beispiel.