Apps lassen sich mit Bugreportings stetig verbessern – und dazu gehören neben den üblichen Bugreports in Form von Crashlogs und Screenshots mittlerweile auch Videos von Bugs. Appmatics nutzt solche Videos, um Entwickler*innen einen noch besseren Überblick über auftretende Fehler zu verschaffen.

Fehler im Code und Schwächen im User Interface Design werden meistens erst in der Anwendung sichtbar. Aus diesem Grund gibt es ausführliche Betatestphasen mit echten Menschen im richtigen Kontext, um ein möglichst realitätsgetreues Anwendungsszenario einer App zu erproben. Eine besondere Herausforderung ist es dabei, die Ergebnisse der Tests so aufzubereiten, dass die Programmierer*innen auch sofort verstehen, was auf der Oberfläche für den Nutzenden das Problem war. Und das geht am besten mit einigen Screenshots oder noch besser: einem Video.

In-App-Feedback

Für gewöhnlich verschwendet man als Entwickler*in viel Zeit damit, anhand eines Crashlogs einen Bug zu rekonstruieren, um ihn dann später auszumerzen. Mit einem konkreten Feedback der Tester*innen lässt sich diese Zeit stark reduzieren: Ein simple Variante, Feedback einzuholen, ist es dabei, Fragebögen oder qualitative Nachfragen per Email an die Tester*innen zu schicken. Meist ist dieses Feedback von Betatestern nicht konkret genug und bedarf zusätzlichen Aufwand auf Entwicklerseite, da relevante Informationen fehlen oder unklar formuliert werden.

Effektiver wird der Feedback-Prozess aber, wenn das Feedback direkt innerhalb der App möglich ist. So gibt der Anbieter Instabug an, mit dem In-App-Feedback 750 Prozent mehr User-Feedback erhalten zu haben, als mit Fragebögen oder qualitativen Nachfragen per Email. Vorteile von direktem In-App-Feedback sind etwa, dass professionelle Tester*innen oder auch Endnutzer*innen direkt innerhalb der App mit eingebauten Tools Screenshots von Bugs machen, darin Markierungen vornehmen und diese dann direkt innerhalb der App an den Publisher schicken können.

Umfangreiche Systeme

Moderne In-App-Feedback-Systeme bieten aber nicht nur Screenshots und Markierungen, sondern auch die Aufnahme von Sprachnachrichten mit Fehlerhinweisen für die Entwickler*innen sowie Screencaptures, also Videoaufzeichnungen des Bildschirminhalts. Das Ganze wird entlang einer Timeline dargestellt, wie das Bugsee eindrucksvoll auf einem Dashboard zeigt. Dabei ermöglichen die Unternehmen meist eine umfangreiche Integration von Bugtrackern, über Jira, GitHub, Pivotal Tracker bis hin zu Projektmanagementtools wie Trello oder Asana.



Quelle: bugsee.com

Die Vorteile von In-App-Feedback Tools im Überblick

Startet man die Testphase einer App und hat keine direkten Kommunikationstools, dann verringert das die Feedbackrate der User. Für das In-App Feedback ergeben sich daraus verschiedene Vorteile:

  1. Der Informationsgehalt von Bugtickets steigt und Betatester erhalten die Möglichkeit sich einen Teil der professionellen Testingtools anzueignen: Das macht Betatests umfangreicher und effizienter.
  2. Die Time-to-Market sinkt, wodurch man signifikante Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz erzielt. Schneller am Markt sein, mit weniger Bugs und einer optimierten UX, bei der Lead Features bereits besser umrissen sind als bei weniger intensiv getesteten Apps.
  3. Der große Vorteil von In-App-Feedback für Unternehmen ist vor allem die Zentralisierung der verschiedenen Daten, also von Testprotokollen, Screenshots, Screencaptures, Crashreports, Fragebögen und mehr. Sind alle Testdaten innerhalb einer Timeline integriert, so verstehen Testmanager und Entwickler*innen nicht nur, wann welche Fehler auftauchen und auf welchen Geräten, sondern auch den gesamten Kontext: Im besten Falle sehen sie in Screencapture-Videos die Schritte, die ein Testender zuvor gemacht hat und anhand von Markierungen in Screenshots kleine Details, die sonst nie aufgefallen wären.
  4. Bei offenen Betatests mit Endnutzer*innen oder auch nach dem finalen Release ergibt sich zudem noch ein weiter Vorteil: Die User haben das Gefühl, gut eingebunden zu sein, und werden zu einer Community, die das Unternehmen und die App unterstützen. Die Möglichkeit von direktem Feedback, Gesprächen mit den Testmanager*innen oder Entwickler*innen macht Tester*innen direkt zum Teil des Teams.

 

Beim Einsatz von direktem In-App-Feedback zu auftretenden Bugs sollten Unternehmen jedoch bedenken, dass der Umfang des Feedbacks meist deutlich höher ausfällt als bei simplen Fragebögen zur Zufriedenheit mit einer App. Es ist entsprechend zeitaufwendig, dieses Feedback zu verarbeiten und zu verifizieren. Diese Aufgabe sollte von speziellen Testmanager*innen erledigt werden, die z.B. Appmatics für seine Kunden bereitstellt.

Sicherheit geht vor

Gerade wenn Unternehmen ihre Apps nicht nur mit professionellen Tester*innen erproben, sondern auch mit Endnutzer*innen, sollten die In-App-Tools stets ausschließlich freiwillig genutzt werden können. Denn wer Screencaptures automatisiert von Nutzenden erhebt, ohne dass diese es mitbekommen, dem droht ein veritabler Shitstorm, wie es der Skandal um Glassbox gezeigt hat. Wer aber Beta-Testenden solche Tools völlig transparent zur proaktiven Nutzung bereitstellt, ist auf der sicheren Seite.