Es ist mal wieder Herbst, also auch Zeit für eine neue iOS-Version. Wir bei Appmatics schauen uns die iOS-Versionen natürlich immer unter dem Aspekt des Testens an und machen uns Gedanken darüber, welche der Features besonders herausfordernd für Testerinnen und Entwicklerinnen werden könnten.

Die Updates betreffen allerdings nicht alle Apple User, denn wie bereits in der Vergangenheit, laufen die neuen Versionen von iOS nur auf den neueren Geräten.

Welche Voraussetzungen muss ein Gerät für iOS 15 erfüllen?

Alle iOS-Geräte, ab dem iPhone 6s, das im Frühjahr 2015 erschien, können im Prinzip auf iOS 15 geupdatet werden. Dazu gehören also auch das iPhone 6S Plus, iPhone SE 1.Generation, alle iPhones 7 – 12 in ihren Ausführungen als iPhone Plus sowie SE, X, XR, XS, XS Max und so weiter, außerdem der iPod Touch der siebten Generation. Eine Faustregel ist: Hast Du bereits iOS 14, wirst Du auch iOS 15 bekommen.

Allerdings müssen User mit älteren auf bestimmte Funktionen verzichten, wenn die Hardware-Konfigurationen nicht leistungsstark genug sind.

Datenschutz, UI, Konnektivität und mehr – neue iOS 15 Features

Im Folgenden haben wir uns die wichtigsten Veränderungen in den verschiedenen Kategorien angeschaut.

Veränderte Benachrichtigungsfunktionen

Wenn Apps Benachrichtigungen benutzen, dann sorgt iOS 15 mit seinen erweiterten Privatsphäre-Funktionen dafür, dass Nutzer jetzt noch mehr Einfluss auf darauf haben, wann sie Notifications erhalten. Ein neues Feature ist der „Focus“, der Nutzerinnen dabei helfen soll, sich besser konzentrieren zu können. Dahinter steckt ein intelligentes Auto-Suggestion-Feature, das entscheidet, welche Personen und Apps wichtig genug sind mit ihren Benachrichtigungen durch den Filter zu dringen.

Apples Markenkern – Neue Funktionen zum Datenschutz

Apples Markenkern ist die Privatsphäre geworden und das vertiefen sie in iOS 15 noch weiter. Nachdem Apple App-Tracking, Retargeting und Cookies mit iOS 14.5 bereits in großem Stil abgeschaltet und Userinnen noch mehr Entscheidungsgewalt in die Hände gelegt hat, verbessert Apple hier die Transparenzfunktionen noch weiter: User sollen zu jedem Zeitpunkt klar einsehen können, welche App welche Berechtigungen erhält. Das Feature heißt: App Privacy Report.

Dazu kommt ein Feature, dass User automatisch generierte und anonymisierte E-Mail-Adressen nutzen lässt, um sich bei Newslettern oder Plattformen anzumelden, ohne die eigene E-Mail-Adresse preiszugeben. Die Anmeldungen und Newsletter werden aber automatisch an die originale Adresse der User weitergeleitet. Dieses Feature ist in den Einstellungen bei Mail, Safari und iCloud integriert und schafft weitere Datensicherheit.

Da wir schon beim Unsichtbarmachen von E-Mails sind: Auch die IP von Devices lässt sich bei iOS 15 jetzt verheimlichen. Nutzen User den Safari Browser, dann wird die eigene IP jetzt verheimlicht, was es Websites und Marketers schwer macht Daten von Usern zu assoziieren. Weiterhin stellt Apple in seinem iCloud Plus Service einen eigenen VPN zur Verfügung.

Apps können ab jetzt dazu gebracht werden, nur für eine Nutzung den Standort des Users abzurufen. Das muss allerdings von Entwicklerinnen entsprechend in die App eingebaut werden: Statt einer „Always“- oder „Never“-Allow-Option kann den Usern jetzt die dritte Option „Nur dieses Mal erlauben“ dargestellt werden.

Das Speichern und der Autofill von 2FA Codes wird weiterentwickelt: Auch hierbei handelt es sich eigentlich um einen Prozess, der vor allem Komfort für User bedeutet. 2FA-Codes sind inzwischen eine Bedingung zum Log-In bei zahlreichen Plattformen. Nervig für User ist es, wenn sie erst auf die SMS oder die Push-Nachricht warten und dann einfügen müssen. Apple liest schon seit vielen iOS-Generationen die Codes automatisch aus Nachrichten aus und stellt sie über die Autofill-Funktion zur Verfügung. Jetzt soll die Abfrage von Codes direkt über das Betriebssystem, in Homepages oder Apps integriert werden. Um es zu aktivieren, müssen Nutzerinnen allerdings einen längeren Setup-Prozess durchlaufen.

Auch eine Privacy-Verbesserung: Siri funktioniert jetzt offline. Alle Sprachanfragen werden on-device verarbeitet, sofern Dein iOS-Gerät über einen A12-Chipset oder neuer verfügt.

Neues User Interface Features

Im Safari Browser erwartet uns ein neues UI Feature: Das neue Design der Tableiste ist darauf ausgelegt, Nutzerinnen noch mehr vom Display zur Verfügung zu stellen. Sie ist am unteren Bildschirmrand angebracht und wird bei Scrolling-Aktivitäten ausgeblendet. Gerade für mobile Webseiten ist dieses Feature interessant, um Nutzerinnen mehr Content auf einen Blick anzuzeigen.

Weiterhin wurde die UI der Apps Weather, FaceTime, Notes und Apple Maps angepasst und sowohl in Bezug auf die User Experience und die Performance verbessert.

Konnektivität & weitere Features

iOS 15 setzt den Fokus auf mehr Konnektivität und Produktivität zwischen iOS Userinnen, dazu gehört die längst überfällige Screen-Share-Funktion in FaceTime.

Das Smartphone wird in Zukunft als Masterkey dienen: In Apples Wallet lassen sich jetzt auch Schlüssel für Smart-Locks oder sogar digitale Autoschlüssel hinterlegen. Das bedeutet: Sesam öffne dich für alle Türen in Deinem Leben, ohne einen Schlüssel oder das Smartphone überhaupt aus der Hosentasche herausholen zu müssen.

Zuletzt wollen wir über das Live Text Feature sprechen. Der Bildererkennungsalgorithmus erkennt nun auch Texte und viele hilfreiche Informationen in Bildern. Dieses Feature kann direkt mit der Kamera genutzt werden und könnte somit sehr interessant für Apps sein, die generell schon eine Scan-Funktion nutzen, um dem Nutzer eine Interaktion mit physischen Produkten zu ermöglichen

Fazit: Viel Sicherheit, einiges an UI und intelligente Features

iOS 15 bringt mehr Komfort und Sicherheit für Nutzerinnen mit vereinfachten User Interfaces und mehr Optionen zum Datenschutz mit sich. Aber überall da, wo es für Nutzerinnen einfacher wird, werden die Prozesse im Hintergrund komplexer: Man denke nur an die zahlreichen neuen Use Cases, die sich durch die Implementation von Auto- und Smart-Home-Schlüsseln in die Wallet des iPhones ergeben und die entsprechend getestet und konsolidiert werden sollten.

Wenn Euch hier noch die Idee fürs Test-Design fehlt oder ihr mit Eurer App-Entwicklung für iOS 15 aktuell sein wollt, dann kontaktiert uns gern. Als Spezialist für das Testing mit echten Geräten und echten Personen steht Euch Appmatics jederzeit zur Seite! Wir freuen uns auf Eure Herausforderungen bei iOS und darüber hinaus.