Mobile First

Früher war die Welt des Internets herrlich einfach: Im Grunde lief alles über Browser auf Desktop-PCs und Laptops. Doch mit der Einführung des iPhones vor elf Jahren änderte sich das – seitdem sind Smartphones auf einem unaufhaltsamen Siegeszug. Milliarden von Menschen nutzen das Internet heute ausschließlich oder zumindest größtenteils per Smartphone. Deshalb sollten Sie und Ihr Unternehmen unbedingt „Mobile First“ denken: Sämtliche Ihrer digitalen Angebote sollten perfekt auf dem Smartphone laufen, sei es im mobilen Browser oder per App. Wir stellen Ihnen den Ansatz „Mobile First“ näher vor und zeigen, was Sie von mobile-zentrierten Unternehmen lernen können.

Mobile – gekommen um zu bleiben

Vor 15 Jahren hätte wohl noch niemand gedacht, dass die Internetnutzung auf das Handy wandert. Doch das iPhone änderte alles. Bei seiner Vorstellung im Jahr 2007 kurz noch belächelt, schaffte es spätestens 2008 mit dem App Store und diverser Anwendungen externer Entwickler den Durchbruch. Heute gibt es Millionen von Apps – sowohl für das iPhone als auch für das Konkurrenz-System Android, hinter dem Google steckt und das von diversen Herstellern wie z.B. Samsung, Sony oder Huawei genutzt wird.

Eine aktuelle Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt eindrucksvoll: Mobile ist gekommen um zu bleiben. Die meisten Internetnutzer in Deutschland surfen heute mobil: Während von fast 22.000 Befragten 87 Prozent ein Smartphone nutzen, verwenden nur 65 Prozent einen Laptop und Desktop-PCs bilden mit 62 Prozent nur die dritte Wahl. Statista hat die Zahlen als Infografik aufbereitet:

Ein Unternehmen, das eindrucksvoll zeigt, wie man mit einem klaren Fokus auf Mobile Web & Apps bei den Kunden punkten kann, ist Zalando: Im 2. Quartal 2018 waren stolze 78,4% der Site Visits mobil. Ein Jahr vorher waren es bereits 69,7%. Zwar verrät Zalando den Umsatzanteil via Mobile & Apps nicht, jedoch liefert Zalando in seinem Halbjahresbericht weitere spannende Zahlen: Während die durchschnittliche Warenkorbgröße u.a. durch den Mobile-Boom um 6,4% gesunken ist, bestellen aktive Kunden dafür 13,4% häufiger. Mobile bedeutet also: Die Kunden tätigen häufiger Impulskäufe „on the Go”.

App vs. Mobile Web

Dass Mobile gekommen ist um zu bleiben, zeigen die Zahlen oben ganz eindeutig. Doch immer wieder stellen sich Unternehmen die Frage: Brauche ich eine App? Oder sollte ich lieber meine Website für die mobile Nutzung optimieren? Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht – aber gerade große Unternehmen setzen heute meist auf beide Varianten. Schließlich haben beide Nutzungswege ihre Vor- und Nachteile.

Mobil-optimierte Websites punkten vor allem dadurch, dass sie mit Suchmaschinen deutlich kompatibler sind: Suchen Nutzer auf ihrem Smartphone nach Informationen, Geschäften oder Unternehmen, tun sie das meistens per Google-Suche. Und Google kann sämtliche Einträge und Beiträge auf mobil-optimierten Websites problemlos erfassen. Hat das Unternehmen hingegen nur eine App, so wird diese mit Hinweis auf den Play Store oder App Store zwar meist ebenfalls in den Google-Suchergebnissen dargestellt, doch der Nutzer wird dann gezwungen, die App zu installieren, was Zeit, Datenvolumen, Speicherplatz und manchmal auch Geld kostet. Mobile Websites haben hier den Vorteil viel schneller Antworten auf die Fragen der Nutzer zu liefern. Ein absolutes No-Go im Jahr 2018 ist jedoch noch immer nicht bei allen Unternehmen angekommen: Überhaupt keine mobil-optimierte Website zu haben. Solche Unternehmen argumentieren gern damit, dass man auf dem Smartphone zoomen kann, um die Inhalte besser zu erkennen. Doch Hand aufs Herz: Komfortabel ist das nicht – und weit weg von einer ordentlichen User Experience ist es damit erst recht.

Mobile Apps hingegen bieten den Vorteil, dass sie die Nutzer oft viel besser an sich binden können. Sie platzieren sich prominent auf dem Homescreen ihrer Nutzer, können problemlos Push-Nachrichten verschicken, um Nutzer wieder in die App zu ziehen und bieten ein viel „nativeres“ Nutzungserlebnis. Und gerade im Mobile Commerce sind die Konversionsraten für Käufe in einer App oft höher als auf einer mobilen Website. Und rund 80 Prozent des Mobile Traffics entsteht innerhalb von Apps, so ein iBusiness-Report, was u.a. an gerade süchtig machenden Social-Media-Apps wie Facebook, Instagram oder Twitter liegen dürfte. Auch sind Apps längst ein Imagefaktor: Unternehmen, die keine App anbieten, sind in mancher Augen out. Und gerade wenn Nutzer in Kontakt mit einer bestimmten Marke treten wollen, dann suchen sie nicht unbedingt per Google, sondern teilweise auch direkt im App Store oder Play Store. Firmen wie Adidas haben den Trend erkannt und nutzen Apps heute in großem Stil zur Bindung von Fans an ihre Marken. Zugleich können Apps dabei auch den Direktvertrieb von Produkten stärken: Adidas hat einen großen Fokus auf den eigenen Shop gelegt und wird so unabhängiger von Handelspartnern.

Mobile-Startups sind der Benchmark

Ein Benchmark, an dem sich Firmen heute messen können, wenn es um Mobile geht: Startups, die mit einem kompletten Fokus auf Mobile gegründet wurden. Firmen wie MyTaxi oder Kitchen Stories aus Deutschland oder die internationalen Player WhatsApp, Instagram, Tinder oder Wish wurden mit dem Fokus auf eine App gegründet. Desktop-Angebote von ihnen kamen erst viel später hinzu. Genau das ist der Kerngedanke von Mobile First: Konzentrieren Sie sich auf ein maßgeschneidertes Angebot auf dem Smartphone, da dies heute für die meisten Nutzer der wichtigste Medienkanal ist.

Mobile First ist nicht Mobile Only

„Mobile First“ heißt aber nicht unbedingt, dass Sie auch „Mobile Only“ denken müssen und die Nutzung am PC komplett vernachlässigen können: Gerade im Business-Umfeld sind Laptops und Desktop-PCs nach wie vor verbreitet und es gibt kaum ein Büro ohne PCs. Denken Sie also nicht nur mobil-zentriert, sondern auch nutzer-zentriert: In welchen Situationen und auf welchen Geräten kommt der Nutzer mit Ihrem Unternehmen und Ihren Angeboten in Kontakt? Das mag in vielen Fällen das Smartphone sein oder ein PC. Aber auch neuartige Touchpoints wie Smart TVs, Smartwatches, Augmented-Reality-Brillen, Connected Cars, Chatbots oder Sprachassistenten gewinnen zunehmend an Relevanz. Die digitale Welt wird also kompliziert – und schon propagieren die Evangelisten von Amazon Alexa und Co. ein neues Mantra, das „Voice First“ heißt. Das dürfte aber in vielen Fällen Hand in Hand mit „Mobile First“ gehen: So bietet Apple unter iOS 12 nun App-Entwicklern an, sogenannte Siri Shortcuts zu nutzen. Dadurch lassen sich wichtige Funktionen von Apps seit Mitte September nun auch per Sprache ansteuern.

Sprechen Sie uns an

Wir von Appmatics helfen Ihnen und Ihrem Unternehmen gern, „Mobile First“ zu denken und fit für neue Touchpoints wie Sprachassistenten zu werden. Mit unserem User Experience Testing können wir Ihnen einen wertvollen Blick von außen liefern, wie das Nutzungserlebnis ihrer Websites und Apps wirklich ist. Sprechen Sie uns einfach an!