Stellen Sie sich vor, Ihr bestelltes Paket käme immer ohne Umwege direkt bei Ihnen zuhause an – ganz ohne lästige Abholerei beim ungeliebten Nachbarn oder in der kilometerweit entfernten Postfiliale. Das Internet der Dinge – also die Vernetzung von Dingen wie Maschinen oder Gegenständen – macht’s möglich: So gibt es heute schon mancherorts die Möglichkeit, sich die Pakete mittels intelligenter Türschlösser direkt in den Kofferraum des eigenen Autos oder die eigene Wohnung liefern zu lassen, ohne dabei zu sein. Aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov geht hervor, dass immerhin jede*r fünfte Deutsche sich vorstellen kann, sich auf diese Art Pakete liefern zu lassen. Allerdings stehen 68% der Befragten dieser neuen Art der Paketlieferung skeptisch gegenüber. Selbstfahrende Autos, schlaue Heizungen, sprechende Audioboxen, vernetzte Maschinen, LKW-Reifen, die Alarm schlagen, wenn der Reifendruck zu niedrig ist – all dies wird unter dem Überbegriff Internet der Dinge zusammengefasst.

 

Internet der Dinge macht den Alltag leichter

Mit smarten Lautsprechern und Lichtsystemen hat die Digitalisierung auch die eigenen vier Wände erreicht. Richtig eingerichtet und verwaltet können sogenannte Smart-Home-Anwendungen den eigenen Alltag effizienter und vor allem komfortabler machen. Weltweit sollen die Ausgaben für das Internet of Things (IoT) laut Marktforscher Gartner bis 2020 auf knapp 3 Billionen Dollar (davon entfallen knapp 1,5 Billionen Dollar auf Konsumentenausgaben) und die Zahl der vernetzten Geräte auf über 20 Milliarden steigen. In Deutschland soll der Marktumsatz bis 2020 auf rund 50,1 Mrd. Euro wachsen, Den Großteil davon machen Endkundengeräte aus. Im Unternehmensbereich ist vor allem das verarbeitende Gewerbe bei der Nutzung von IoT-Techniken noch vor den Industriebereichen Versorger, öffentlicher Sektor und Transport führend.

 

Smart TVs oft erster Berührungspunkt mit dem Internet der Dinge

Schaut man sich IoT-Lösungen im privaten Umfeld an, so liegen Smart TVs (53%) vor Lautsprechern (25%), Streaming Sticks, digitalen Sprachassistenten, Glühbirnen/Leuchten (14%) und Steckdosen (12%) ganz weit vorn. Tür- und Fenstersensoren (6%) sowie sogenannte Connected Cars sind noch eine Ausnahme. Über 61 Prozent der männlichen Autofahrer in Deutschland ist es einer zufolge egal oder nebensächlich, ob das nächste Auto vernetzt ist oder nicht. Zugleich könnten vollständig autonom fahrende Autos aber zum Enabler werden, dass sich Passagiere vollkommen anders beschäftigen, wie diese Infografik von Statista zeigt:

 

Digitale Gesundheit boomt

Auch die Digitalisierung des Gesundheitsbereichs (Digital Health) schreitet voran und ist ein aussichtsreicher, wenn auch kontrovers diskutierter Markt. Auf der einen Seite sind die Kritiker, die finden, dass bei der digitalen Selbstvermessung des eigenen Körpers (Fitnesstracker, Kalorienzähler, Gesundheitsprogramme von Versicherungen etc.) jeder Entscheidung ein Preisschild umgehängt wird und die Selbstdiagnose per App oft fehlerhaft ist. Die Befürworter sehen den Zugang zu diesen Daten als Möglichkeit für eine bessere Früherkennung, bessere Beratungsangebote und Entlastung des medizinischen Personals. Außerdem bergen Digital-Health-Programme enormes Einsparpotenzial fürs Gesundheitswesen.

 

Angst um Sicherheit und Privatsphäre ist groß

Im Fokus der Debatten stehen wie auch in anderen Bereichen wie Digital Payment die Themen Sicherheit und Privatsphäre – nicht nur für Endnutzer*innen, sondern vor allem auch für Unternehmen. Hackerangriffe, Schadsoftware und Wirtschaftsspionage haben durch das Internet der Dinge drastisch zugenommen. Auch die Angst vor Netz- oder Stromausfällen ist immer wieder Thema. Während große Konzerne auf diese Fälle vorbereitet sind (Notstromaggregate, Ersatzleitungen, etc.), haben Endkunden in der Regel keinen Notfallplan. Auch der Umgang mit den gesammelten Daten ist ein heißes Eisen.

 

Langsames Internet als Hemmschuh für das Internet der Dinge

Ein weiterer Hemmschuh für den Ausbau von IoT-Technologien ist langsames Internet: Lücken in den Mobilfunknetzen und langsamer Breitbandausbau – Deutschland ist in Sachen Internetgeschwindigkeit noch weit von der Weltspitze entfernt. Dabei ist Highspeed-Internet vor allem in Sachen Mobilität enorm wichtig. Autonomes Fahren, digitale Services im öffentlichen Nahverkehr oder in der Stadtverwaltung sind auf schnelle Leitungen angewiesen. Immerhin: Mit 5G steht ein neuer Mobilfunkstandard in den Startlöchern, für den aber enorme Investitionen notwendig sind.

 

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