Manche Menschen brauchen es extrem leise, damit sie sich konzentrieren, andere brauchen es kühl, andere warm und andere brauchen beständigen Austausch. Die verschiedenen Arbeitsformen und Konstellationen in Büros können für Produktivität, aber auch für Anspannung sorgen. Warum wir bei Appmatics ein Großraumbüro bevorzugen, erklären wir hier.

Bei Appmatics haben wir uns gezielt für eine Bürofläche entschieden, bei der sich die allermeisten Mitarbeiter*innen den Raum teilen. Das war eine bewusste Entscheidung, der einige Gedanken vorausgingen.

Groß vs. Klein

Informiert man sich zum Thema, dann werden als Vorteile der Großraumbüros vor allem ökonomische Aspekte genannt: Leerstand wird vermieden, es wird wirtschaftlicher und rationeller geplant. Große Flächen lassen sich besser skalieren: Büromöbel kann man auf Masse kaufen und leichter eine technologische Infrastruktur schaffen, die für alle Mitarbeiter zugänglich ist. In Einzelbüros oder Mehrpersonenbüros ist oft effektiv auch nicht mehr Fläche für Personen vorhanden. Der größte Vorteil dieser kleinen Büroformen ist vor allem die reduzierte Lautstärke, die für weniger Stress sorgt, sowie das geringere Ablenkungspotential.

Ja, ein Großraumbüro kann stressig werden, da Lautstärke, Gerüche und unterschiedliche Auslegungen von Regeln eine permanente Auseinandersetzung mit den Wünschen und Bedürfnissen der Mitmenschen fordern. Um dieses Manko von Großraumbüros auszugleichen, wird zum Beispiel empfohlen, flexibel von Mitarbeiter*innen belegbare Rückzugsräume einzurichten, um dort fokussiert an bestimmten Projekten zu arbeiten. Auch Gesprächs- oder Telefonkabinen können hilfreich sein, um unnötige Lärmbelastungen zu vermeiden. „In guten Raumkonzepten schafft man Zonen für verschiedene Aufgaben, zum Beispiel Räumlichkeiten für Stillarbeit, Teamarbeit und zum Telefonieren“, sagt Christian Lorenz von der Deutschen Gesellschaft für Personalführung in einem WELT-Artikel.

Unsere Entscheidung für den Großraum

Bei der Planung unserer Betriebsstätte standen wir vor der Entscheidung: Wie viele Einzelbüros, wie viele Räume, wie viele Menschen in einem Raum? Kleine Gemeinschaften oder das große Ganze? Wir entschieden uns für das Großraumbüro, denn wir finden, dass es die Kommunikation und den Gemeinschaftssinn des Teams verbessert. Das ist für uns überhaupt der größte Vorteil: Für uns sind Großraumbüros große Gleichmacher, denn hier arbeiten viele unterschiedliche Menschen nebeneinander, einigen sich auf gemeinsame Regeln und treten in kurzen Kommunikationswegen in Austausch.

Unsere Tester*innen haben stets mit komplexen Problemen zu tun, die sich häufig nicht allein lösen lassen. Teamgeist und Teamarbeit sind unglaublich wichtig, wenn es darum geht Bugs zu reproduzieren und schließlich Fehlerquellen dafür zu finden. Dann ist es von großem Vorteil, wenn freundliche Kollegen einem den nötigen Stups in die richtige Richtung geben können. Der direkte persönliche Kontakt und die Gespräche führen natürlich auch zu einer lauteren Geräuschkulisse. Unsere Art damit umzugehen, ist die Entscheidung für Lärmbeauftragte. Dabei wählen die Mitarbeiter*innen selbst, von wem sie den Appell zur Ruhe am besten entgegennehmen können. Bei Lärmexplosionen sorgen die Lärmbeauftragten dann dafür, dass der Lärmpegel wieder in erträgliche Bereiche zurückkehrt.

Appmatics Bürokultur

Moderne Büros müssen die Balance zwischen dem Bedürfnis nach Privatsphäre und dem kreativen Miteinander finden. In Großraumbüros sind Arbeitgeber per Gesetz dazu verpflichtet, bestimmte Vorgaben für Raumabmessungen und Bewegungsmöglichkeiten sowie den Arbeitsschutz einzuhalten. In diesem Sinne haben sie den kleinen Büros sogar etwas voraus. Nicht der Platz pro Person ist also die Herausforderung, sondern der Umgang mit Geräuschen, Temperatur, Belüftung und Gerüchen. Hier müssen Kompromisse gefunden werden, mit der die Belegschaft gut leben kann. Für uns überwiegen die Vorteile der Gleichbehandlung, Kommunikation und Gemeinschaftlichkeit diesen Prozess der Kompromissfindung, denn in der Praxis sehen wir, dass Problemlösungen schneller zustande kommen, der Austausch besser funktioniert und der Umgang zwischen den Kolleg*innen konstruktiv und sozial bleibt.